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Glas
wird schon seit etwa 3000 bis 4000 Jahren hergestellt. Die Ägypter zum
Beispiel, benutzten eine Tonglasur auf Ton- und Stein Gefässen. Zu Beginn
unserer Zeitrechnung tauchten in Syrien und Rom erste anmutige Formen
aus Glas auf. Die Römer brachten mit der Kolonisierung die
Glasmacherkunst ins nördliche Europa. In der Renaissance wurde Venedig Zentrum der Glaskunst. Im
sechzehnten Jahrhundert begann man, Gläser mit Schmelzfarben zu bemalen
und in Venedig durch Ritzen mit dem Diamanten zu verzieren. Diese
Graviertechnik war erst durch eine bessere Glasqualität möglich und
fand in Tirol, Deutschland,
der England und den Niederlanden Nachahmung. Obwohl in der Ursprungsstadt
Venedig nur wenige geritzte Gläser hergestellt wurden, gewann diese Art
der Verzierung in den anderen Ländern grosse Bedeutung.
Im
siebzehnten Jahrhundert kam aus Böhmen das Kristallglas das sich zum
Ritzen
besonders gut eignete. Gleichzeitig fing man in Böhmen, Schlesien und
Brandenburg an, Glas durch Schneiden, Schleifen und Ritzen zu veredeln.
Bis ins achtzehnte Jahrhundert gehörte das Ritzen mit dem Diamanten zu
den bevorzugten Dekorationstechniken für Glas. Als Sujets wählte man
Blumen, Blätter, Tiere, Wappen und Inschriften. In Deutschland
und der Schweiz spielte das Ritzen keine bedeutende Rolle, da die Meister die Emailmalerei auf Glas bevorzugten. In den
Hochburg des Diamantritzens, in den Niederlanden, wurde die Gravur bis
zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts als beliebteste Technik sorgfältig
gepflegt. Heute
ist Glasritzen weiterhin populär und die Handarbeit, besonders in den
Serien, wird weithegend durch Hand- oder Computergesteuerte Laser-
oder Schleifmaschinen ersetz. Andere
Graviertechniken sind Kupfergravur und Sandstrahlen. |